Endlich ein revolutionäres Konzept gegen Hooligans

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Bengalos
Bengalos (Symbolbild). Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Es gibt sie in fast jedem Verein, die gefürchteten Hooligans der Fußballclubs. Nicht nur die WM, sondern auch Bundesligaspiele will die Mehrheit der Fußballfans in Ruhe genießen. Allerdings machen ihnen Hooligans immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Sollen Fußballvereine an den Kosten für die Polizeieinsätze beteiligt werden? Darüber wird seit Jahren hitzig diskutiert. Doch echte Lösungen lagen bislang noch in weiter Ferne.

Nun machen zwei deutsche Vereine ernst, die in Deutschland wegen schwerer Fan-Ausschreitungen regelmäßig für Schlagzeilen sorgen. Geplant sind neue Stadien in der unmittelbaren Nachbarschaft der Austragungsorte. Sie sind mit einem direkten Zugang mit der eigentlichen Arena verbunden. Verfeindete Hooligans werden unmittelbar nach Spielende durch ein getrenntes Tunnelsystem ins benachbarte Stadion geschleust. An separaten Zugängen sollen die Ultras mit Baseballschlägern, Schlagstöcken, Wurfgegenständen, leeren Bierflaschen ausgestattet werden. Jeder Partei erhält unterscheidbare Mannschaftstrikots, damit auch jeder weiß, auf wen er mit seinem Baseballschläger eindreschen muss.

Das Konzept ist so einfach wie ökonomisch. Sobald sich die Kontrahenten vollständig auf dem Feld versammelt haben, erfolgt über einen Lautsprecher der Anpfiff. Damit sich die Hooligans ganz auf ihre Aggressionen und ihre Gegner konzentrieren können, bleiben während des Gemetzels auf dem grünen Rasen die Tore für eine Stunde geschlossen. Schieds- und Linienrichter entfallen vollständig. Nach der Schlacht verlassen jene, die noch in der Lage sind, die Arena mit eigenen Kräften verlassen können. Der Rest wird von Ordnungskräften und Sanitätern eingesammelt und je nach Zustand ent- oder versorgt.

Wir haben über diese Idee schon länger nachgedacht, so der Manager von HSV Klaus-Michael Kühne, zumal der Vandalismus und die Zerstörung von Hab und Gut vermieden und große Polizeiaufgebote überflüssig würden. Auch die Frage der Refinanzierung dieser Idee scheint gelöst. »Einige TV-Sender haben bereits Interesse angemeldet, das gesteuerte Massaker zu übertragen und sind breit, über entsprechende Übertragungsrechte zu verhandeln, ließ der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke Clemens Tönnies wissen. Nomen est omen, könnte man sagen, denn mit seinem Spitznamen „Der Fleischwolf von Gelsenkirchen“ darf man dem Großmetzger eine gewisse Affinität zu der pragmatischen Lösung bescheinigen.

In dieser Saison wurden nicht nur bei Bundesligaspielen mehr Menschen verletzt als je zuvor, was für den großen Bedarf an blutigen Schlägereien bestätigt. Europaweit suchten Clubs realisierbare Konzepte, um die martialischen Auseinandersetzungen zwischen Fans in den Griff zu bekommen, an denen friedliche Sportenthusiasten immer wieder zwischen die Fronten gerieten. Doch ist eine eine praktikable Lösung in Sicht, für die sich auch internationale Vereine interessieren. „Es ist alles eine Frage der Organisation“, so der Chef von Borussia Dortmund Watzke. „RTL hat uns bereits eine attraktive Summe geboten, weil sie mit dem neuen Format „Hooligan-Soap“ neue Zuschauerschichten ab 22 Uhr erschließen könne.

„1200 Verletzte bei über 622 Spielen: Die Bilanz der letztjährigen Fußball-Saison. Das Ergebnis könnte man „optimieren“, indem man mit dem revolutionären Konzept auch einen interessanten Zusatznutzen erreicht. Derzeit überlegen Vereinsbosse, Zuschauer, die sich 90 Minuten an einem spannenden Bundesligaspiel erfreuten, dem normalen Fußballkonsumenten gegen einen geringen Aufpreis einen Mehrwert bieten. Überdies würde man damit weitere Zuschauerränge in der Nachbararena füllen und mit zusätzlichen gastronomischen Angeboten eine Gewinnmaximierung der Vereine erzielen. Immerhin entfielen bei den martialischen Schlägereien hohe Spielergehälter.

Nun ja, ich hätte nichts gegen die kommerzielle Verwertung von Hooligans, die sich kostenlos und ohne Siegprämien gegenseitig die Seele aus dem Leib prügeln. Irgendwie wäre damit allen geholfen und die Justiz könnte sich über ein enormes Einsparungspotential freuen.

Anmerkung:

Vorstehender Beitrag von Claudio Michele Mancini wurde im Scharfblick am 7.3.2018 erstveröffentlicht.

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