Eine Alt-Unioner Idee – Weihnachtssingen „am Waldrand der Wuhlheide“

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Fans von Union Berlin. © 2014, Foto: Hajo Obuchoff

Berlin, Deutschland (Weltexpress). „2003 hatten ein paar Verrückte vom Fanclub Alt-Unioner die Idee, sich vor dem Weihnachtsfest mit Kerzen, ein paar Thermosflaschen voller Glühwein und einem rudimentären Repertoir an Weihnachtsliedern an der Mittellinie ihres Stadions zu treffen, um das Jahr besinnlich ausklingen zu lassen“, schreibt Hajo Obuchoff 2013 im WELTEXPRESS.

„Am 23. Dezember jenes Jahres trafen sich nach einer intensiven Internet-Aktion erstmals 89 Menschen zum weihnachtlichen Singen im Stadion und ahnten nicht, welch eine Tradition damit begründet wurde und welche Ausmaße dies einmal annehmen sollte. Von Jahr zu Jahr wurden es mehr Besucher, bis im vergangenen Jahr (2012, Anmerkung der Autorin) mehr als 20.000 Sängerinnen und Sänger das Stadion An der Alten Försterei füllten. Und weltweit ist inzwischen die Kunde vorgedrungen, dass am Waldrand der Wuhlheide in Berlin ein merkwürdiges Volk nicht nur Fußball- sondern Weihnachtslieder trällert.“

Gestern war es wieder soweit. 28.500 Brandenburger, Berliner und Besucher trafen sich zur 14. Ausgabe der melodischen Einstimmung auf das Weihnachtsfest im beinahe volkseigenen Stadion An der Alten Försterei. An keinem Stadion der Berliner Republik haben so viele Fans Hand angelegt und im Schweiße ihres Angesichts gebaut. Die Alte Försterei ist das Stadion der Fans und trägt den traditionellen Namen.

Als am Abend Stadionsprecher Christian Arbeit die Bühne mitten auf dem Rasen der Alten Försterei betrat, war das Stadion voll gefüllt. Wo sonst die Schlachtrufe und Lieder der Unioner ertönen, „bahnte sich am Tag vor Heiligabend im warmen Kerzenschein friedvolle Besinnlichkeit ihren Weg durch die Reihen der zahlreichen Besucher aus Berlin, Brandenburg und aus aller Welt“, heißt es in einer Pressemitteilung des 1. FC Union Berlin e.V. vom 23. Dezember 2016.

Als um 19 Uhr das Flutlicht erlosch und tausende Kerzen aufflammten auf, stimmten unterstützt vom Chor des Emmy-Noether-Gymnasiums zehntausende Sängerinnen und Sänger traditionellen Weihnachtslieder an und hüllten die Berliner Wuhlheide „in einen wohlig-weihnachtlichen Klangteppich“. Toll.

Keine Frage, dass „kleinen Einwürfe eisernen Liedgutes von den Rängen nicht fehlen“ durften und laut Pressemitteilung „auch die Weihnachtsgeschichte … ihren traditionellen Platz“ hatte. „In die Botschaft der Hoffnung, die von dieser Geschichte ausgeht, bezog Pfarrer Peter Müller die tragischen Ereignisse vom Wochenbeginn mit ein und gedachte gemeinsam mit den Menschen im Stadion der Opfer.“

Mit lauten Gebrüll „Eisern Union, Eisern Union“ endete das Weihnachtssingen „am Waldrand der Wuhlheide“.

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