Die Wahlen rücken näher! oder Weshalb wählt ihr immer noch diese toten Vögel?

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Toter Vogel
Toter Vogel. BU: Stefan Pribnow. Bild: Quelle Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Ein geflügeltes Wort sagt, dass niemals mehr gelogen werde als vor der Wahl und nach der Jagd. Es ist wieder soweit. Schmierenkomödien und Farce stehen auf dem Veranstaltungskalender. Schon jetzt legen sich die Parteien ins Zeug und spielen unter Missachtung wirtschaftlicher und sozialer Bedürfnisse den Theaterbesuchern ihre neuesten Ammenmärchen vor. Leider in mittelmäßiger Besetzung. Ihre Kostüme tragen sie wie Monstranzen vor sich her. Rot, grün, gelb und schwarz schillern sie. Den Kombinationen, außer AfD, sind keine Grenzen gesetzt. Wie geklonte Schafe blöken die Anführer der Partei-Lemminge ihre auswendig gelernten Worthülsen ins gelangweilte Publikum und behaupten allen Ernstes, sich qualitativ vom gegnerischen Mimen zu unterscheiden. Ich sehe es kommen, die Wähler werden auch in dieser Legislaturperiode wieder in der Wahlurne beerdigt.

Dabei hätten es die Wähler so leicht, wenn sie sich darüber im Klaren wären: Politiker brauchen jeden Wähler, die Wähler aber nicht jeden Politiker. Nun unterstelle ich den meisten Berufs-Schwätzern nicht gerade überragende geistige Fähigkeiten. Vielmehr scheint es mir in deren Köpfen übersichtlich zuzugehen. Inhaltsleere Beteuerungen, die schwer nach Massenverblödung klingen, haben Hochkonjunktur, weswegen sich sogar Schulz der Bärtige zutraut, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Allerdings backt er in diesen Tagen wieder kleinere Brötchen. Er möchte gerne den Parteivorsitz behalten, wenn‘s nicht klappt. Aber wie ich die SPD kenne, wird sie bei Misserfolg den Buchhändler zum Teufel jagen.

Aber noch hofft er. Um seinen Siegeswillen nachhaltig zu dokumentieren, lässt er sich – welch genialer Schachzug -, leutselig auf Baustellen sehen und in Kinderhorten mit den Kleinen auf dem Arm ablichten. Dass er sich im Anschluss nicht mit kuschligen Katzenbabies im Tierheim zeigt, scheint mir ein leichtsinniger Umgang mit potentiellen Wählerstimmen zu sein. Immerhin, Siggi mischt sich jetzt in den Konflikt zwischen der USA und Nordkorea ein, und ermahnt „Kim Kong Un“ und Donald Trump zur Mäßigung. Das ist ungefähr so, als würde ein Rehpinscher eine Horde Bernhardiner anpissen wollen. Kim Kong Un und Trump werden ihm etwas husten.

Wir schaffen das, ruft Angela währenddessen und lässt in stillen Nächten Flüchtlinge klammheimlich an Bayerischen Grenzen abholen, während Siegmar der Pausbäckige dem Wahlvolk den Führerscheinentzug für säumige Unterhaltszahler als ultimative Problemlösung verkauft. Nun ja, begüterte Politiker, die hätten kein Problem damit. Sie haben Dienstfahrzeuge mit Fahrern. Würden solche Leute dennoch keinen Unterhalt zahlen, könnte man auch gleich den eingestellten Chauffeuren den Führerschein mit entziehen. Das dumme Geschwafel in Parteizentralen feiert fröhliche Urständ.

Urlaubsgestählt kämpft sich Schulz immer wieder an die Front und versucht mit verbesserungswürdiger Rhetorik den wählenden Massenverkehr in bunt ausgeschilderte Sackgassen umzuleiten. Aber nur einer kennt die schönsten Sackgassen. Anton Hofreiter. Er wirft seine Haarpracht nach hinten und sich selbst in Pose. Wir verbieten sämtliche Autos mit Verbrennungsmotoren – wir gestalten Umwelt, schützen Gelbbauchunken und Maikäfer. Im Gefecht der Wahlkämpfe erfahren wir aber von gefälschten Lebensläufen, unrechtmäßig erworbenen akademischen Titeln oder plötzliche Parteiwechsel. Ich will gerne einräumen, Wahrheiten, die den Bürger irritieren könnten, muss man ja nicht unbedingt noch vor der Wahl zum besten geben. Zum Beispiel, das der Grüne Regierungschef Wilfried Kretschmann trotzdem einen Diesel fährt.

Kommen wir zur Integration der Refugees. Sie wurde zur nationalen Aufgabe erklärt. Zur Untermauerung dieser großspurigen Ankündigungen wurden Kompetenzteams bemüht, obwohl man in den Parteien wissen müsste, dass eine solche Bezeichnung der Teams auch der Kompetenz bedürfen. Wie kompetent die von sich überzeugten Polit-Akteure sind, wenn es um Ausweisungen geht, haben sie hinreichend bewiesen. Sieht man sich die Mitglieder der Experten-Gremien an, so kommen erhebliche Zweifel auf. Mir scheint, da wird die Gabe wichtigtuerischer Selbstdarstellung mit fundiertem Sachverstand verwechselt. Ich meine, da es bei den Wirtschaftsflüchtlingen nicht hinhaut, sollte man ernsthaft überlegen, wie man die verantwortlichen Politiker loswird.

Keine noch so dämliche Talkshow wird ausgelassen, um wohlklingende Worthülsen in die Welt zu setzen. Mich wundert gar nichts mehr – heutzutage schaffen es Profilneurotiker, Frauentauscher und die Trovatos ins Fernsehen, weshalb nicht auch Politiker. Immerhin finden sich ja auch genügend Teilnehmer für Big Brother oder Dschungelcamp. Hemmungsloser Narzissmus ersetzt Bildung, Fachwissen und Berufserfahrung. Macht ja nichts, solange ein unterbelichteter „Politstar“ das Volk der Dieselfahrer für mindestens ebenso dämlich hält wie er selber ist, solange glaubt er an seine Botschaften. Dobrindt ist, was seine Rolle als oberster Aufseher des Bundes-Diesel-Amtes angeht, geradezu ein Paradebeispiel für inkompetente Dämlichkeit.

Es ist geradezu beängstigend, mit welcher Inbrunst professionelle Phrasendrescher etablierter Parteien Sinnentleertes aneinanderfügen und sich den Nimbus der Allwissenheit und Redlichkeit verleihen. Ich bezweifle, dass fünf Prozent der Entscheider in unserer Regierung überreißen, wie man mit der Flüchtlings- Euro- oder Abgaskrise umgehen könnte und welche Konzepte greifen. Dass sie schon seit Jahren von den Börsen, der mächtigen KFZ-Industrie und den Banken an der Nase durch die Arena gezogen werden, haben sie bis heute noch nicht begriffen.

Als seien die Steuereinnahmen Eigentum unserer Minister, setzen sie mit einer unerträglichen Selbstverständlichkeit Milliardensummen in den Sand. Hauptsache, den Flüchtlingen geht es gut, die Industrie kann unbeschadet bescheißen und der Autofahrer zahlt brav die Rechnung, alles andere scheint Nebensache zu sein. Das zögerliche Zurückrudern und Differenzieren wird angesichts der Flüchtlingsströme, die in Italien anlanden, und angesichts der KFZ-Potenz unserer Autohersteller, immer lächerlicher.

Nur nichts verkehrt machen, bloß keine schlechten Bilder und um jeden Preis vorm Bildschirm kompetent wirken. Es ist stets das gleiche Schauspiel. Auf der politischen Bühne starten Minister als Adler und landen auf der Realebene als Spatz. Nur bei der SPD und den GRÜNEN ist es ein wenig anders, dort fallen die Polit-Eliten gleich tot vom Himmel. Möge der ehrlichere Lügner die Wahl gewinnen. Die Kardinalfrage, die ich mir stelle: Weshalb wählt ihr immer noch diese toten Vögel?

Anmerkung:

Der Beitrag von Claudio Michele Mancini wurde am 9. August 2017 zuerst im „Scharfblick“ veröffentlicht.

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