Die Türkei kauft Tonnen von Gold – Ankara schreitet bei der De-Dollarisierung voran

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Gold
Gold. Quelle: Pixabay

Ankara, Türkei; Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die Türkei unter Präsident Erdogan befinden sich im Rausch nach Gold.

Goldrausch

Seit ein paar Jahren schon kauft der türkische Staat das Edelmetall. Allein in den letzten drei Jahren sollen laut „Frankfurter Allgemeine“ („FAZ“, 11.11.2017) 30 Tonnen Gold zusammengekauft worden sein. In „Sputnik“ (16.11.2017) heißt es unter Bezugnahme auf die Onlinezeitung „Vestifinance“, die sich wiederum auf den Branchenverband World Gold Council beruft, dass allein in diesem Jahr bisher „47 Tonnen Barren und Münzen verkauft worden“ seien. 2016 sollen es 14,8 Tonnen gewesen sein. Gekauft hat vor allem die türkische Zentralbank. Allein „im dritten Quartal kaufte sie 30,4 Tonnen Edelmetall“ mit dem Elementsymbol Au und der Ordnungszahl 79.

Türkei klettert auf Platz 13 bei den Goldschätzen der Welt

In der „FAZ“ heißt es weiter, dass die Türkei „in ihren Berichten über die Währungsreserven zuletzt Gold im Wert von 20,4 Milliarden Dollar“ ausweisen würde. Weiter im Text: „Im Dezember vergangenen Jahres waren es noch Bestände im Wert von 14,1 Milliarden Dollar gewesen. Im Gegenzug sanken die ausgewiesenen Reserven in Fremdwährungen von 90,6 Milliarden leicht auf 89,9 Milliarden Dollar. Im Ranking der größten Goldschätze der Welt steht die Türkei laut World Gold Council mit 495,6 Tonnen mittlerweile auf Platz 13.“

Die eigene Währung stärken

Warum befindet sich die Türkei im Goldrausch? Weil der türkische Staat des türkischen Kapitals die eigene Währung stärken will. Dafür sollen türkischen Sparer raus aus dem Dollar. Erdogan und andere rufen seit Monaten immer wieder Landsleute auf, Dollar zu verkaufen und in Lira oder Gold zu tauschen. Der türkische Staat will zudem an den Goldschatz der eigenen Leute im Land. Seit Generationen hängen Türkei am Gold und drängen zum Gold. Der Schatz soll 300 Milliarden Dollar groß sein. Dieses Gold will die Erdogan-Türkei heben. An dieses Gold in privaten Händen wir der türkische Staat schon seit Jahren ran.

Die De-Dollarisierung schreitet voran

Ankara will raus aus der Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und der Europäischen Union (EU) mit ihrer Europäischen Zentralbank (EZB). Die Zeiten der dreistelligen Inflationsraten sind zwar vorbei, aber die Lira bleibt bislang eine volatile Währung und die Türkei in gewisser Weise vor allem abhängig von Washington und Wall Street, weniger von Brüssel (Sitz der EU) und Frankfurt (Sitz der EZB). Auf dem Weg der wirtschaftlichen und damit auch politischen Unabhängigkeit bewegen sich die Türken immer schneller. Mit anderen Worten: Die De-Dollarisierung schreitet auch in der Türkei voran.

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