Die fetten Jahre sind vorbei – Mitsubishi reduziert die Einstandspreise von Pajero, L200 und Outlander

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Der neue Mitsubishi Outlander.
München (Weltexpress) - Neues Modelljahr, höhere Preise - dieser von den Fahrzeugherstellern viele Jahre lang angewandte Automatismus funktioniert nicht mehr: Die Kundschaft wehrt sich durch Verweigerung, und sie wird ernst genommen, wie das Beispiel Mitsubishi beweist: Die neuen Einstiegsmodelle in die Baureihen Outlander, Pajero und L200 sind preislich etliche tausend Euro unter dem bisherigen Niveau angesiedelt.

Der Pajero wurde nach dem Motto, dass viele kleine Brocken auch einen Haufen ergeben, entfettet und auf den neuen Einstandspreis von 29 990 Euro gebracht; beim L200 genannten Pickup wie auch beim 4,67-Meter-SUV, der künftig den Jetfighter-Kühlergrill í  la Colt und Lancer zur Schau stellt, lassen sich die neuen Tiefststände (16 990 bzw. 21 990 Euro) hingegen zu einem großen Teil damit erklären, dass nicht mehr alle vier, sondern nur noch die Vorderräder in den Antriebsstrang eingebunden sind.

Ein Quäntchen zur Preisschwellenabsenkung tragen auch der Einsatz eines leider nur die Euro4-Schadstoffnorm erfüllenden 2,0-Liter-Benziners und der Verzicht aufs ansonsten serienmäßige Autoradio, Stahl- statt Leichtmetallfelgen, unlackierte Türgriffe und der Entfall von Kleinigkeiten wie verchromten Fensterzierleisten, der Fußstütze für den Fahrer oder der Digitaluhr. Außerdem wurde im Outlander-Basismodell die Berganfahrhilfe gestrichen, die in allen anderen Varianten – wie auch sechs Airbags, Klimaautomatik und die elektronische Fahrstabilitätsregelung serienmäßig an Bord ist.

5000 Euro haben die Sparfüchse so zusammengetragen, was den Abstand zwischen dem preiswertesten und dem teuersten Outlander-Modell auf 18 500 Euro vergrößert. Für die auch siebensitzig erhältlichen Versionen mit Allradantrieb zahlt man nämlich nicht weniger wie bisher, wobei nicht unerwähnt bleiben darf, dass die 4WDler nicht mit der abgespeckten 2WD-, sondern mit einer höherwertigen (und im Vergleich zum Jahrgang 2009 nochmals verbesserten) Ausstattung antreten und der 125 kW/170 PS starke 2,4-Liter-Benziner zu 28 990 Euro auf der Skala der inneren Werte eine Stufe über dem genauso teuren 2,0-Liter-Turbodiesel mit 103 kW/140 PS rangiert. Diesen Vierzylinder bezieht Mitsubishi von Volkswagen; er verfügt noch über das aus VW-Sicht inzwischen veraltete Pumpe-Düse-Einspritzsystem.

Abgerundet wird das Outlander-Motorenprogramm von einem 2,2-Liter-Turbodiesel mit einer Höchstleistung von 115 kW/156 PS, dessen Kräfte künftig wahlweise mit Hilfe einer Sechsgang-Schaltung oder eines sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebes zu kanalisieren sind. 1800 Euro darf der Händler für diesen neuen Komfort in Rechnung stellen. Die Diesel verbrauchen im Test nach EU-Norm zwischen 6,7 und 7,3 Liter je 100 Kilometer. Den Benzinern werden unter identischen Bedingungen 8,0 bis 9,2 Liter zugeführt; die mit ihnen erzielbare Höchstgeschwindigkeit beträgt 190 km/h; bei den Dieseln liegt sie zwischen 187 und 200 km/h.

Beide Benziner lassen sich – auch das ist neu – betriebskostensenkend mit Autogas (LPG) befeuern. Bis zum 31. März werden die deutschen Mitsubishi-Händler das dafür benötigte technische Rüstzeug für 1890 Euro offerieren; hinzu kommen die Montage-Kosten. Umgerüstete Neuwagen werden laut Mitsubishi mit der vollen Garantie-Laufzeit von drei Jahren ausgeliefert. Bei nachträglicher Umstellung auf LPG-Betrieb endet die Gewährleistungsfrist hingegen nach zwei Jahren.

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