Der Herr von Wutzebach – Barock am Main mit seiner vorerst letzten Produktion im Höchster Bolongaropalast

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Barock am Main-Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Michael Quast im Rathaus Römer. © Copyright Foto: Maik Reuß, 2016
Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland (Weltexpress). Auch in diesem Jahr bietet die „Fliegende Volksbühne“ mit einer Komödie in hessischer Mundart von Rainer Dachselt nach Molieres "Monsieur de Pourceaugnac" ein bewährtes Sommervergnügen vor der Kulisse des barocken Bolongaropalastes in Frankfurt-Höchst. Für einige Jahre das letzte Mal an diesem Ort, denn der Palast wird einer schon länger notwendigen Renovierung unterzogen.

Auch wenn schon über 50% der Karten bereits verkauft sind: Es lohnt sich noch nachzufragen. Nicht nur, um noch einmal die so unvergleichlich passende Atmosphäre im Schlosspark mitzuerleben, sondern auch mit Blick auf die diesjährige Produktion. Der Inhalt: Herr von Wutzebach kommt vom Land. In der großen Stadt Frankfurt möchte er sich ein bisschen amüsieren und seine Braut abholen. Doch im Dschungel der Großstadt erwartet ihn eine üble Intrige: Zwielichtige Gaukler, Ärzte, Anwälte, wilde Weiber und am Ende sogar die Stadtwachen bringen den überraschten Wutzebach an die Grenze seiner Kräfte und seines Verstandes. Ein Stadt-Land-Konflikt in höchster Vollendung. Dabei sind die Textvorlagen von Rainer Dachselt viel mehr als bloße Übertragungen der Molierschen Vorlagen, sie werden kongenial weitergedacht ins hessische Idiom wie in die hessische Denk- und Gefühlswelt.
Ein zusätzlicher Anreiz besteht in diesem Jahr in der Integration von Musik und Tanz. Wie in der Molierschen Vorlage gibt es Musik von Lully (Leitung Rhodri Britton) und Tanzeinlagen. Regie führt Sarah Groß. Neben Michael Quast finden wir wieder vertraute und bewährte Mitspieler wie Phillipp Hunscha und Matthias Scheuring im Ensemble.

Nicht unerwähnt darf bleiben, dass das Festival im Kreise derartiger Veranstaltungen eine löbliche Ausnahme darstellt: Bei einer Auslastung von über 95% finanziert es sich zu mehr als zwei Dritteln aus dem Kartenverkauf. Insofern können Quast und seine Truppe auch dem anstehenden Wechsel an der Spitze des Frankfurter Kulturdezernats gelassen entgegensehen. Anlässlich solcher Veränderungen pflegt nämlich in Frankfurt immer eine heiße Diskussion darüber zu entflammen, ob denn eher die Hochkultur oder die Breitenkultur zu fördern sei. Barock am Main ist mit Sicherheit beides und kann nicht durch die Maschen fallen. Der städtische Zuschuss wird bleiben.

Termine zwischen dem 13.Juli und dem 7. August. Info und Karten unter www.barock-am-main.com. Die Plätze sind nummeriert und überdacht!
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