Das Bachhaus Eisenach – Eine faszinierende Zeitreise zu Johann Sebastian Bach

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Das Bachhaus Eisenach© WELTEXPRESS, Foto: HS
Eisenach (Weltexpress) - Eisenach ist der Ort, in dem sich die Spuren Luthers und Bachs auf sonderbarste Weise kreuzen. „Ich bin dort bekannt und geachtet selbst heute, und es gibt keine Stadt, in der ich bekannter bin“, schrieb Luther.

Beide, Luther und Bach, erhielten hier vier Jahre lang in der gleichen Schule ihren ersten Musikunterricht und sangen in der gleichen Kirche.

Das „Eisenacher Kantorenbuch“

Die Stadt Eisenach stellt aus ihrem Archiv das „Eisenacher Kantorenbuch“ von ca. 1540 für die Ausstellung zur Verfügung, ein wahrer Schatz: Es enthält frühe handschriftliche Kopien von Kompositionen von Luthers Vertrautem Johann Walter, dem Münchner Komponisten Ludwig Senfl (mit dem Luther über Motetten korrespondierte), und Josquin Desprez, den Luther lebenslang bewunderte und von dem er sagte: „Josquin ist der Noten Meister“. Aus ihm sang bis ca. 1640 der Chor der Georgenkirche.

Das „Wittenberger Gesangbuch“

Luther griff ab 1529 in die ausufernden Gesangbuchdrucke ein und gab das „Wittenberger Gesangbuch“ heraus, das in der Auflage von 1535 ausgestellt wird – die Ausgabe, in der zum ersten Mal Luthers Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ gedruckt steht (Bayrische Staats-Bibliothek). Das „Babstsche“ von 1545 ist das letzte, besonders prachtvolle der von Luther herausgegebenen Gesangbücher. Es wurde im Druck von 1563 für die Ausstellung erworben.

Weitere Gesangbücher

Bach hat wenigstens 30 der 37 Lieder Luthers vertont. Er kannte sie und ihre Melodien aus den Gesangbüchern seiner musikalischen Wirkungsstätten. Vier wertvolle Notengesangbücher der Bachzeit werden ausgestellt: Das von Melchior Vulpius (1609), das aus dem Besitz der Bach-Familie stammt, das "Leipziger Gesangbuch" von Gottfried Vopelius (1682), das "Dreßdnische Gesangbuch" von 1707 und das "Weißenfelsische Gesangbuch" von 1714 – Bach war ab 1729 Weißenfelsischer Hofkapellmeister „von Hause aus“. Die beiden zuletzt genannten Gesangbücher sind erstmalig im Bachhaus ausgestellt.

Sehen und Hören – ein echtes Erlebnis

Die Ausstellung gliedert sich um acht Hörstationen, an der jeweils von Luther gedichtete und komponierte Lieder in mindestens einer Bachschen Fassung angehört werden können. Erläuterungen machen deutlich, wie Bach bis in kleinste Details bemüht war, den theologischen Aussagen von Luthers Texten musikalischen Ausdruck zu verleihen.

Das Eisenacher Bachhaus – ein lebendiges, modernes Museum

Im Bachhaus können sich Besucher über Leben und Werk Johann Sebastian Bachs informieren. Wohnräume mit historischem Mobiliar, Kunstgegenständen, Musikinstrumenten und Hausrat geben im oberen Geschoss Einblick in das Leben einer Stadtmusikerfamilie um 1700 in Eisenach. Des Weiteren sind die Biografie, der berufliche Lebensweg und das künstlerische Schaffen Johann Sebastian Bachs nachgezeichnet. Im Instrumentensaal erleben Besucher einen Musikvortrag, bei dem Museumspädagogen live auf historischen Tasteninstrumenten aus der Zeit Johann Sebastian Bachs musizieren und biografische Details aus Bachs Leben vorstellen.

Tipp: Einen wunderbar informativen Rundgang durch das Eisenacher Bachhaus der Journalistin Suzanne Cords sendete die Deutsche Welle. Nachzuhören auf http://www.dw.de/dw/article/0,,15350013,00.html

Bachmuseum Eisenach
Frauenplan 21, 99817 Eisenach
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreise: 7,50 Euro, erm. 6 Euro, Schüler/Studenten 4 Euro
Email: info@bachhaus.de, Website: www.bachhaus.de

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