CATL wird eine heiße Nummer im Autoland – Chinesen nisten sich in Deutschland ein

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Smart Forfour Electric Drive mit einem elektischen Energieverbrauch gewichtet: 13,1 kWh/100km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km. © Smart

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Seit Wochen wurde getuschelt und getippt. Kommt CATL nach Deutschland und wenn ja, wohin. Gestern, als eine hochkarätige Delegation von Chinesen in Berlin weilte, gab es die Antwort. CATL kommt. In Thüringen soll eine der größten Fabriken für Batteriezellen in Europa entstehen und Eigentümer wird die Contemporary Amperex Technologiy Ltd. (CATL) sein.

WELTEXPRESS erfuhr aus erster Hand in einem China-Restaurant in Berlin davon, dass der CATL Batteriezellen für Elektroautos in Thüringen produzieren will. Ein komplettes Werk solle auf die grüne Wiese gestellt werden. Das freut angeblich die Merkel-Regierung aus CDU, CSU und SPD in Berlin, aber auch die Ramelow-Regierung aus Die Linke, SPD und Bündnis90/Die Grünen in Erfurt.

Angeblich freue sich auch die Industrie von Daimler über BWM bis Volkswagen. Doch wenn sich Bundes- und Landesregierungen über die scheinbar größte Industrie-Investitionen der vergangenen zehn Jahre in Thüringen freuen, und das Bundesland oder gleich die Bundesrepublik als einer „der wichtigsten europäischen Standorte für Batterietechnologie aufzusteigen“ sehen, dann steht fest, dass die Eigentümer am „Erfurter Kreuz“, wo das Werk in mehreren Etappen entstehen und Lohnarbeitsplätze für angeblich 1.000 Menschen bieten soll, Chinesen und keine Deutschen sein werden. Diese Technologie ist und bleibt in fremden Händen. Die Deutschen sind und bleiben davon abhängig.

Anders gesagt: Weder die Merkel- noch die Ramelow-Regierung ist zu einer deutschen Industriepolitik willens noch in der Lage.

Dass die Premiumhersteller mit Sitz in Deutschland längst das Handtuch geschmissen haben, das lässt sich aus einer Meldung im „Handelsblatt“ (9.7.2018) ablesen. Dort wird mitgeteilt, dass der Autobauer BMW die Batteriezellen für seine Elektrofahrzeuge der kommenden Generation bei CATL bestellen wolle. „Wir haben gerade einen Milliardenauftrag an CATL vergeben“, hatte die Zeitung BMW-Vorstandschef Harald Krüger zitiert.

Richtig ist auch, dass asiatische Konzerne im Bereich der Batteriezell-Fertigung als führend gelten, weil die Merkel-Regierungen der vergangenen Jahre entsprechende Industriepolitik völlig verpennt haben. Wenn es heißt, dass Autobauer in der Berliner Republik auf die Kompetenz beim anschließenden Zusammensetzen der Zellen zu Batteriepacks für E-Autos setzen würden, dann ist vom Trostplaster die Rede, die dem Verlierer vom Sieger gegönnt wird.

CATL ist mitnichten ein Erfolgt, sondern das bittere Ergebnis einer desaströsen Industriepolitik in der Bundesrepublik Deutschland, die kein Deutschland mehr kennt. Anders gesagt: Das Kapital kennt weder Hautfarbe noch Geschlecht, Vater- und Heimatländer auch nicht.

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