Bewegungspartei oder Radieschen? – Buh-Rufe und Beifall für Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine

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Radieschen, außen rot und innen weiß.
Radieschen, außen rot und innen weiß. Quelle. Pixabay

Leipzig, Deutschland (Weltexpress). Die große Mehrheit der 580 Delegierten auf der 1. Tagung des 6. Parteitages der Partei Die Linke in Leipzig beschließt, dass ihre Partei eine in Bewegung sei. Doch vom 8. bis 10. Juni kommen sie nicht wirklich vorwärts. Vor allem der Beifall und die Buh-Rufe für Sahra Wagenknecht werden in Erinnerung bleiben.

Die Frontfrau der Linksfraktion im Berliner Reichstag beschwerte sich in ihrer Sonntagsrede darüber, dass ihr „und anderen Genossinnen und Genossen aus den eigenen Reihen Nationalismus, Rassismus oder AfD-Nähe vorgeworfen“ worden sei. Seien wir ehrlich: Die Unterstellungen und Beschimpfungen gingen weit unter die Grütellinie.

Wagenknecht scheint diese Diffamierungen leid zu sein und von einer „solidarischen Debatte“ zu träumen. Doch genau das Gegenteil zeigte sich bereits während und vor allem nach ihrer Rede, als sich ein Delegierter mit einer Stimme Mehrheit durchsetze und eine einstündige Wortmelderei begann.

Die üblichen Verdächtigen, darunter auch Gernegroß Niema Movassat, der sich von Tobias Pflüger als fanatischer Unterstützer von Katja Kipping hat einspannen lassen, meldeten sich zu Wort. Längst nicht alle durften reden, weil mehr Delegierten sprechen wollten als in einer Stunde möglich gewesen wäre. Wer nicht reden kann, der schweigt, schreibt und bleibt. Lumpen wie Stephan Lessenich und Tomasz Konicz, die Wagenknecht gerne in die „Tradition eines Noske“ stellen, schmieren dafür um so schlimmer. Der Rede- und Tippbedarf nicht nur unter den Delegierten, sondern in der Partei scheint so groß, dass er gut und gerne für ein Dutzend weitere Parteitage, Konferenzen und Kongresse sowie Tausend Twitter reichen würde.

Dem Wohl der Deutschen dient die von sich selbst bewegte Partei damit nicht. Diese antideutsche Linke ist längst nicht mehr wichtig. Die braucht kein Deutscher. Nach dem Angriffskrieg der Deutschen gegen Jugoslawien und dem Agenda-2010-Angriff auf die eigenen Lohnarbeiter, als sich selbst der von SPD und Bündnis90/Die Grünen regierte Staat als der des Kapitals, das sich augenblicklich im Share- und Stakeholer-Value-Modus befindet, erwies, war es richtig, eine Partei links von den alten Radieschen zu begründen. Doch wer braucht noch ein weiteres, ein neues und antideutsches Radieschen im Bündel Bundestag?

Eine Loft- und Latte-macchiato-Linke braucht kein Malocher oder Leichtmatrose der Kopf- und Handarbeit. Kein Wunder, dass die AfD in roten Arbeiterhochburgen als neue Vertreterin der Arbeiter, Angestellten und Arbeitslosen Zuspruch erzielt, während die Linkspartei mittlerweile im linksliberalen Alles-kann-nichts-muss-Milieu der Großstädte, das sich en passant alimentieren lässt, angekommen zu sein scheint.

Dass sich nach der letzten Bundestagswahl Mitglieder der Grünen und Linkspartei an unbedeutenden Stimmengewinnen in genau diesen Hipster-Hochburgen berauschten und ansonsten den Zustand der SPD, die nunmehr Wahlergebnisse wie zum Ende der Weimarer Republik einfährt, bemitleideten, das zeugt von grenzenloser Dummheit derer, die sich für Merkels Offene Grenzen stark machen wie Kipping und Konsorten.

Was Oskar Lafontaine, dessen Geist mit Wagenknecht durch Leipzig wehte, nach der Wahlnacht im Spätsommer 2017 diesen Leuten als Warnung ins Gewissen schrieb, nämlich die gewaltige Massenzuwanderung nicht auf Kosten der unteren sozialen Schichten in Deutschland durchzuwinken, wurde ignoriert. In Leipzig trat ein Grenzöffner nach dem anderen ans Mikrofon und salbaderte Kein-Mensch-ist-illegal- und Refugees-Welcome-Mainstream-Beteuerungen bis zum Einschlafen.

„Man darf die Lasten der Zuwanderung über verschärfte Konkurrenz im Niedriglohnsektor, steigende Mieten in Stadtteilen mit preiswertem Wohnraum und zunehmende Schwierigkeiten in Schulen mit wachsendem Anteil von Schülern mit mangelnden Sprachkenntnissen nicht vor allem denen aufbürden, die ohnehin bereits die Verlierer der steigenden Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen sind“, meinte der Mann von Wagenknecht vor Monaten. Die Langweiler in Leipzig hatten das vergessen.

Die Störer unter den Langweiler richteten während Wagenknechts Rede in Leipzig ihre Buh-Rufe auch gegen Lafontaine. Dabei verstehen sie bei ihrem Buhmühen andere als Rassisten und Nationalsozialisten abzustempeln, aber nicht, dass das, was sie Globalisierung nennen, kein sozialistischer Internationalismus ist.

Jedem Menschen auf diesem Planeten ein Recht auf Einwanderung nach Deutschland zu gewähren, wie es Kipping und Konsorten wollen, das ist nicht nur ein schlechter Scherz, das ist der helle Wahnsinn. Wollen die Langweiler und Störer, Spinner und Idioten wirklich eine Revolte bis zum Bürgerkrieg in der Berliner Republik?

Statt sich von Wahl zu Wahl mit diesen Antideutschen in einer Partei zu plagen und zwischendurch das abzugreifen, was der Parteibetrieb abwirft, und ein Ende dieses Schreckens ist nicht in Sicht, sollten die Aufgeklärten unter den Linksgerichteten lieber eine neue gründen. Und zwar eine echte Bewegungspartei auf der Basis derer, die sich bewegen. Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit den Lohnarbeitern und Gehaltsangestellten, die noch auf die Straße gehen, um nicht dort zu landen, die noch protestieren gegen den Klassenkampf von oben und die Masseneinwanderung von außen und noch nicht bei der AfD sind?

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