Bayerns Heilbäder: Naturkraft als Heilmittel

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© Foto: Elke Backert
Bad Füssing, Bayern, Deutschland (Weltexpress). Die traditionellen Therapien der bayerischen Heilbäder erleben eine Renaissance – Wasser, Sole, Moor und Klima neu entdeckt.

Von wegen verstaubt: Was manchem als Auslaufmodelle vergangener Kurtage erscheinen mag, liegt in puncto Wellness, Prävention und Medical Wellness voll im Trend. Als Vater eines ganzheitlichen Gesundheitsverständnisses genießt der Bad Wörishofener Pfarrer Sebastian Kneipp wieder höchste Anerkennung: Aktuelle Studien belegen die vielfältige Wirkung der berühmtesten aller Kuren. Gleiches gilt für die traditionellen Heilmittel der Natur: Auch die moderne Wissenschaft weiß um die besondere Kraft von Sole und Moor, Thermalwasser oder Heilklima, die in den bayerischen Heilbädern in vielfältiger Weise für innovative Therapien genutzt werden.

Kneipp, Schroth und Prießnitz für ein neues Lebensgefühl

Ein warmer Heusack vor dem Aufstehen, barfuß durch den Morgentau: In Bad Wörishofen lernt der Gast „Kneippen, wie Kneipp es gelehrt hat“. Pauschalen in verschiedener Länge kombinieren die fünf Säulen dieser Gesundheitsphilosophie und zeigen, wie wohltuend die Kult-Kur wirkt (www.bad-woerishofen.de).

Als wirkungsvoller Weg, um Körper, Geist und Seele wieder ins Lot zu bringen, erlebt auch das Naturheilverfahren nach Johann Schroth eine Renaissance: In Oberstaufen – dem einzigen Schroth-Heilbad Deutschlands – wird das ganzheitliche Verfahren bei verschiedenen Problemen angewandt – unter anderem für den Abschied vom Rauchen. Diese Programme machen aus der entgiftenden Kraft der Schrothkur, kombiniert mit ärztlicher Beratung, Akupunktur und Sauerstoff-Therapie eine echte Erfolgsstrategie gegen die Nikotinsucht (www.oberstaufen.de).

Wieder entdeckt wird derzeit auch das Prießnitzbad, das Hitzeschübe und Kältereize kombiniert, um den Körper zu reinigen und zu kräftigen – zu erleben etwa in der Rottal-Terme Bad Birnbach (www.badbirnbach.de).

Urkraft aus der Tiefe: Salz & Sole

© Foto: Elke BackertViele bayerische Heilbäder arbeiten mit dem hohen therapeutischen Wert von Salz & Sole vor allem für Haut und Atemwege, aber auch für Tiefen Entspannung und Beauty. So erleben die Gäste der Frankentherme Bad Windsheim das typische Schwebe-Feeling des Toten Meers in einem beheizten Salzsee – ausgezeichnet mit dem Deutschen Tourismuspreis 2007 (www.franken-therme.net).

Die Rottal-Therme Bad Birnbach begeistert mit der magischen Atmosphäre von Salzsteingrotte und Sole-Tempel, die Chiemgau Thermen in Bad Endorf bieten reinigende Salzöl-Peelings genauso wie Haut straffende Jodsole-Bäder, die sich unter anderem zur Behandlung von Cellulite hervorragend eignen (www.chiemgau-thermen.de).

Besondere Erfolge bei Atemwegs-Erkrankungen feiert das Solequellen-Training in der Alten Saline Bad Reichenhall – eine dynamische Form der Therapie im mystischen Ambiente unterirdischer Grotten und Gänge (www.bad-reichenhall.de).

Quell der Energie: das Wasser

Die Gießkanne für Kneipp-Güsse gehört zum Pfarrer und seiner Wasser-Heilmethode dazu. © Foto: Elke BackertKaiserin Sissi trank es, Rossini und Fontane ebenso, und in Amerika galt Bad Kissinger Heilwasser einst als Inbegriff jeglichen Mineralwassers. Heute wird die große Trinkkur-Tradition des weltberühmten Heilbads mit modernen Präventions-Programmen kombiniert. Die „Heilwasser-Entspannungswoche“ etwa wird wie viele andere bayerische Präventions-Pauschalen mit bis zu 150 Euro von den Krankenkassen unterstützt (www.baederland-bayerische-rhoen.de).

Auch Bad Füssing, einer der bekanntesten Kurorte Deutschlands, erfindet sein legendäres Thermalwasser immer wieder neu: Im 200 Quadratmeter großen Schwefel-Gas-Bad der Europa Therme strömt das heilsame Nass durch 76 Spezialdüsen über den Körper – und das heißt Tiefen-Entspannung pur. Gleichzeitig wurde in der Therme ein Thermalwasser-Trinkbrunnen mit Grander-Technologie ausgestattet. Das weltweit verbreitete Verfahren zur Wasserbelebung gibt dem Quell seine Ur-Kraft zurück (www.bad-fuessing.de).

Zwischen Himmel und Erde: Heilklima & Moor

Das Moorbad ist nicht nur gut bei Gelenkerkrankungen. Es kann auch Frauen den Kinderwunsch erfüllen. © Foto: Elke BackertFrische Luft statt Fitnesscenter-Mief, Hochmoor statt Hormone: Auch im heilklimatischen Kurort Bad Tölz heißt das Motto „Zurück zur Natur“. Champagner-Luft wird das besondere Klima hier genannt, und dieses prickelnde Vergnügen – harmonisierend für Körper, Geist und Seele – gibt es sogar kostenlos (www.bad-toelz.de).

Ein anderes Naturprodukt liegt ebenfalls wieder voll im Trend: Die traditionsreichen Moorbäder dienen längst nicht mehr nur zur Behandlung von Gelenkerkrankungen, Rheuma oder Gicht. Die unvergleichliche Wärmewirkung und die wertvollen Substanzen der „schwarzen Daune“ werden heute auch für Anti-Stress-, Anti-Aging- und viele weitere Wellness-Programme genutzt. Erwiesenermaßen beeinflusst der hohe Anteil an pflanzlichen Östrogenen den Hormonhaushalt der Frau, und so suchen auch immer mehr Kinderwunsch-Paare ihr Glück auf diesem natürlichen Weg in den bayerischen Moorheilbädern (http://www.moorsymphonie.de/moor-wellness/kinderwunsch-moortherapie).

Bayerns berühmte Bäder haben sich in den vergangenen Jahren mit Millionen-Investitionen als moderne Kompetenzzentren für ganzheitliche Gesundheitsangebote neu positioniert.

Info: www.gesundes-bayern.de

Über den Bayerischen Heilbäder-Verband

Der Bayerische Heilbäder-Verband wurde am 1. März 1948 gegründet und ist damit der älteste Regionalverband im deutschen Bäderwesen. Er ist die wichtigste Organisation im Kurbereich auf Landesebene. Der Verband hat seinen Sitz in Bad Füssing. Unter dem Dach des Bayerischen Heilbäder-Verbandes sind derzeit 46 Kommunen und 20 Kurbetriebe organisiert. Alle Orte sind vom Freistaat Bayern als Heilbäder, Kneipp- oder Schrothkurorte, heilklimatische Kurorte oder Luftkurorte anerkannt. Ein Hauptziel des Bayerischen Heilbäder-Verbandes ist die Förderung der Gesundheit durch qualifizierte Kuren, Reha-Maßnahmen und gesundheitsbetonte Urlaubsprogramme. Der Verband vertritt die Interessen der bayerischen Heilbäder in verschiedenen Bereichen – insbesondere gegenüber den Parlamenten, Ministerien, Sozialversicherungen, Krankenkassen und anderen Institutionen in Deutschland sowie auf europäischer Ebene. Um die hohe Qualität des Angebots zu sichern, fördert der Verband die Kurortmedizin, die Kurortwissenschaft und die Bäderwirtschaft. Er engagiert sich zudem dafür, dass die typischen Naturheilmittel der jeweiligen Orte Qualitätspfeiler des Gesundheitsangebotes bleiben.

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