Auf Christos Hülle gehen – Der Schwimmsteg und das Wasserprojekt

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Brescia, Italien; Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der Hauptmann aller Verhüller, Christo, kommt nach Italien und will mehr oder weniger Wasser verhüllen. Das wundert wenig, liegen Witz und Wahn im Alter doch eng beieinander. Christo, der 1938 in Gabrowo in Bulgarien als Christo Wladimirow Jawaschew das Licht der Welt erblickte, ist nicht mehr der Jüngste. Seine bessere Hälfte, die ebenfalls 1935 in Casablanca in der französischen Kolonie Marokko geborene Jeanne-Claude Denat e Guillebon, starb 2009 in New York.

Passend zum Schwimmsteg-Projekt wird im Stadtmuseum Santa Giulia in Brescia die Ausstellung „Christo und Jeanne Claude – Wasserprojekt“, die von Germano Celant kuratiert wird, vom 7. April bis 18. September 2016 gezeigt. Diese Ausstellung soll „zum ersten Mal ”¦ alle Projekte von  Christo und Jeanne-Claude ”¦, die mit dem Element Wasser – Meere, Seen, Ozeane oder Flüsse – verbunden sind“, zusammenbringen. Auf 2.000 m ² Museumsfläche passen über 150 Exponate, darunter originale Studien, Zeichnungen und Collagen, maßstabstreue Modelle, Fotos der realisierten Projekte, Videos und Filme. Prächtiges aus sechzig Jahren wird präsentiert „von Wrapped Coast, One Million Square Feet, 1968-1969, in Little Bay, Sydney, Australien, bis The Floating Piers, Project for Lake Iseo, 2014-16, Lago d’Iseo, Italien“.
Womit wir wieder beim Schwimmsteg wären, den Christo als „eine Hommage an seine verstorbene Frau Jeanne-Claude“ versteht. Der Steg soll auf dem Lago d’Iseo vom 18. Juni bis zum 3. Juli 2016 schwimmen. „Dank der Installation werden die Besucher drei Kilometer sowohl übers Wasser als auch an den Ufern des Sees gehen können und zwar „von Sulzano bis Monte Isola und zur kleinen Insel San Paolo“. Der Schwimmsteg, der aus 200.000 Würfeln aus Polyäthylen besteht, „wird mit 70.000 m ² eines schimmernden, orangefarbigen Stoffes“ überzogen und so zum „Kunstwerk“.
Am Iseosee und in Brescia rechnen Eigentümer von Betrieben in der Erlebnisbranche in der Zeit mit mehr Besuchern.
Anmerkung:

Die Zitate sind einer Pressemitteilung der Kommune Brescia und des Museums Brescia vom März 2016 entnommen.

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